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WAZ: Gestählt in die nächste Krise. Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Mit der Kurzarbeit in der Stahlindustrie war die Finanzkrise 2008 in der Realwirtschaft angekommen. Schneller als gedacht, damals. Vier Jahre später ist diese Nachricht ebenso unangenehm, löst aber längst nicht mehr die panikartigen Untergangs-Prophezeiungen aus wie seinerzeit. Es lässt sich aus der Erfahrung der damals als historisch eingestuften Krise besser beurteilen, was nun auf uns zukommt. Auftragsrückgänge im Stahl sind ein Frühindikator für die Industrie und die gesamte Konjunktur. Mit Verzögerung werden auch der Maschinenbau und andere Zweige schwächeln. Doch die 2008 von namhaften Auguren angekündigten Massenentlassungen gefolgt vom Zusammenbruch der Binnenkonjunktur und einer mehrjährigen Rezession wird es auch diesmal nicht geben - zumindest in Deutschland nicht. Der deutsche Weg, schwere Zeiten durch Kurzarbeit zu überbrücken, hat sich in der tiefsten Krise bewährt - und wird auch die heraufziehende meistern helfen. Die Konzerne wissen, dass sie ihre Fachkräfte noch brauchen werden und deshalb halten müssen. Für die Beschäftigten brechen dennoch harte Monate an, sie verzichten auf einen Teil ihres Lohns. Doch sie bleiben in Arbeit - das ist das Wichtigste.

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