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WAZ: Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen umschulen? Pro-Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Allein im Laden, Tag für Tag. Zuständig für aufgefüllte Regale, freundliche Bedienung und eine Kasse, die stimmt. Ohne Telefon, ohne Toilette, aber vergleichsweise gut bezahlt haben die Schlecker-Frauen viele Jahre lang bewiesen, dass sie etwas drauf haben. Dass sie nun die Möglichkeit bekommen sollen, zu einer begehrten Fachkraft zu werden, ist zunächst einmal eine pragmatische Idee, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Hier eine Lösung für die arbeitslosen Frauen, dort eine Möglichkeit, den rasant steigenden Bedarf an Erzieherinnen wenigstens ansatzweise zu decken. Womöglich eröffnet sich nun für so manche Schlecker-Kraft eine ganz neue Perspektive. Womöglich ergreifen manche gern die Gelegenheit, mit Kindern zu arbeiten. Um den Kritikern, die Qualitätsverlust in den Kitas befürchten, den Wind aus den Segeln zu nehmen, versprechen die Verantwortlichen aus Politik und Gewerkschaften eine hoch qualifizierte Ausbildung, die drei Jahre dauern soll. Frühkindliche Bildung kann es schließlich nur mit hervorragend gebildeten Fachkräften geben. Ebenso wichtig ist es aber, die Anwärterinnen auf Herz und Nieren zu prüfen, ob sie den harten, verantwortungsvollen, aber auch vielseitigen Job mit Kindern wollen und auch bewältigen können. Wer keinen Draht zu Kindern hat, wem die richtige Intuition fehlt, kommt dafür nicht infrage. Fazit: Die Idee ist gut. Nun kommt es darauf an, wie sie umgesetzt wird.

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