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WAZ: Zweifel am Frieden - Kommentar von Martin Gehlen

Essen (ots) - Geschickt zieht Kofi Annan als Vermittler im Syrien-Konflikt seine Kreise um Damaskus immer enger. Erst wies er die kompromisslose Opposition in die Schranken, dann konfrontierte er Diktator Assad mit seinem Friedensplan. Diese Woche nun warb er mit Erfolg in Russland und China für seine Mission, während in Bagdad alle arabischen Machthaber außer Assad zu ihrem Gipfel zusammenkommen. Angesichts dieses Rundum-Drucks hat Assad jetzt Kofi Annans Friedensplan offiziell akzeptiert. Ob der Diktator seinen Worten auch Taten folgen lässt, daran allerdings gibt es erhebliche Zweifel. Was hat er unter dem Eindruck der Proteste nicht schon alles an Reformen angekündigt - und dann doch seine Armee weiter feuern lassen. Folgt er wirklich den Forderungen Annans, muss er seine Panzer zurückziehen, Gefangene freilassen, Journalisten freien Zugang gewähren, mit der Opposition Gespräche über die neue Machtverteilung aufnehmen. Dann aber werden die Menschen in Syrien nicht mehr zu halten sein. Dann wird sich die Wut gegen das Regime entladen - und Assad rasch hinwegfegen.

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