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WAZ: Das Müll-Dilemma. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Majak im Südural gilt als die wohl größte nukleare Dreckschleuder der Welt. Seit den 50er-Jahren wurden die Hinterlassenschaften der sowjetischen Nuklearfabrik in Flüsse und Seen gekippt, aus denen Mensch und Tier Wasser bezogen. Bei einer Explosion im Jahr 1957 soll mehr Radioaktivität freigesetzt worden sein als bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986. Erst 2007 wurden die Bewohner eines Dorfes in der Umgebung zwangsweise umgesiedelt. Bis heute werde rund um Majak strahlender Abfall abgekippt, behaupten russische Umweltschützer.

Jedes Fass mit strahlenden Resten aus Deutschland hätte die russische Katastrophe vergrößert. Daher war es richtig, dass Umweltminister Röttgen diese Transporte untersagte - zumal die Wiederaufbereitungsanlage in Majak nicht arbeitet. Der Abfall hätte demnach den Müllberg nur vergrößert.

Die Irrfahrt der Brennstäbe, die die Sowjetunion einst dem DDR-Forschungsreaktor Rossendorf lieferte, die von dort nach Ahaus transportiert wurden, um nun wieder nach Russland zu gehen, versinnbildlicht das Atom-Dilemma: Keiner weiß, wohin mit dem Strahlenmüll. Nun bleibt er vorerst in Ahaus. Eine Lösung ist auch das nicht.

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