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WAZ: Ohne Publikum kein Flachsinn. Kommentar von Jürgen Overkott

Essen (ots) - Menschen, Tiere, Sensationen: Das Fernsehen will uns beeindrucken, seit es die Kiste gibt. Zum Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen gehört auch Unterhaltung.

Denn wir lassen uns gern beeindrucken durch Helden. Sie nehmen stellvertretend für uns Gefahren in Kauf, ohne dass wir das Risiko tragen. Allerdings lässt der Nervenkitzel schnell nach. So muss denn das Fernsehen Neues bieten, das Vorhandene überbieten. Sonst kommt Langeweile auf. Und zwar immer schneller, weil das Unterhaltungsangebot explodierte. Das private Fernsehen vervielfachte das einst übersichtliche Angebot.

Aber die Konkurrenz belebt nicht nur das Ge-schäft, sondern verschärft es auch. Aufmerksamkeit ist ein rares Gut, Sensationen und Tabu-Brüche sollen sie schaffen. Bei "Wetten, dass...?" war beides zu besichtigen. So galt es voriges Jahr, Tier-Kot am Geruch zu unterscheiden. Auch die riskante Düsseldorfer Sprungwette ist dem Quotendruck durch RTL geschuldet.

Die Konkurrenz mag eine Erklärung sein. Eine Entschuldigung ist sie nicht. TV-Sender müssen die Folgen ihres Programms für die Beteiligten im Auge haben - Sicherheit vor Sensation.

Aber auch wir sind gefordert: Was wollen wir sehen, was nicht? Im Zweifelsfall hilft Abschalten. Ohne Publikum kein Flachsinn. Wetten, dass...?

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