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WAZ: Missglücktes Job-Experiment. Kommentar von Tobias Bolsmann

Essen (ots) - Die Analyse der Ein-Euro-Jobs durch den Bundesrechnungshof ist geradezu vernichtend: Städte und Wohlfahrtsverbände brechen das Gesetz, um Kosten für Personal zu sparen.

Und die Vermutung liegt nahe, dass es sich nicht um vereinzelte Verzweiflungstaten hoch verschuldeter Kommunen handelt, um den "Kopf über Wasser" zu halten, wie es der Städte- und Gemeindebund formuliert. Rechnet man die 62 Prozent der entdeckten Regelverstöße hoch, wären fast 200 000 der etwa 320 000 Ein-Euro-Jobs illegal.

Alles auf Kosten von Arbeitslosen, die trotz ihres Ein-Euro-Jobs keine Perspektive erhalten und Menschen, die durch den Missbrauch vielleicht sogar ihre Arbeit verloren haben.

Dabei waren die Ziele des damaligen Superministers Wolfgang Clement kühn gesteckt. Durch die Einführung des neuen Arbeitsmarktinstruments sollten rund 600 000 Ein-Euro-Jobs entstehen - und als Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt dienen.

Nun lässt sich festhalten: Das Job-Experiment ist missglückt, deshalb gibt es keinen Grund, an diesem Instrument länger festzuhalten.

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