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WAZ: Irland, wer danach? Kommentar von Ulrich Reitz

Essen (ots) - Nein, noch fließt kein Geld deutscher Steuerzahler nach Irland. Wir sorgen einstweilen nur dafür, dass Irland bezahlbare Kredite bekommt. Erst wenn Irland die nicht bedienen kann, bluten wir. Wenn es gut geht, verdienen wir am Ende sogar an den Iren. Nur ist eben nicht sicher, ob es gut geht.

Portugal kürzt die Gehälter seiner Beamten, um nicht unter den Rettungsschirm zu müssen. Spanien reformiert seinen Arbeitsmarkt, kürzt die Renten und ordnet den Bankensektor neu, um das zu vermeiden. Viele Menschen müssen Opfer bringen, um das System zu stabilisieren. Das System, das ist der Euro. Um einmal auszusprechen, was in Regierungszentralen peinlich verschwiegen wird: Es ist inzwischen nicht mehr selbstverständlich, dass der Euro überlebt.

Entscheidend dafür ist nicht Irland, auch nicht Portugal. Wahrscheinlich aber Spanien. Um den Spaniern zu helfen, müsste der Rettungsfonds aufgestockt werden. Das gilt als nicht durchsetzbar. Immerhin aber hat der deutsche Bundesbankpräsident mit diesem Feuer schon einmal gespielt.

Ende offen. Die Berliner Politik erklärt wenig bis nichts. Sie lässt die Menschen allein. Das kann teuer werden.

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