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WAZ: Drohkulisse - Kommentar von Gregor Boldt

Essen (ots) - Der Grat zwischen verantwortungsvoller Warnung und Panikmache ist schmal. Wie schwierig es ist, darauf zu balancieren, zeigen die Ereignisse, die uns seit dem Terroralarm von Innenminister de Maizière in Atem halten. Herrenlose Gepäckstücke haben zur Sperrung von Bahnhöfen sowie eines Duisburger Einkaufszentrums geführt. Jedes Mal ein Fehlalarm. Die Nervosität ist auch Resultat einer vermeintlichen Kofferbombe, mit der in Namibia die Flughafensicherheit geprüft werden sollte. Bis das Innenministerium klarstellte, dass es sich dabei um einen Test handelte, passte die angebliche Bombe im Gepäck einer Air-Berlin-Maschine bestens in de Maizières Bedrohungsszenario. Die Unsicherheit im Land ist gewachsen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass in einer weltweit angespannten Sicherheitslage keine Information über den Auftraggeber des Tests zu bekommen war. Um von innenpolitischen Schwächen abzulenken oder umstrittene Gesetzesänderungen durchzudrücken, war der Aufbau einer äußeren Drohkulisse in den USA stets ein probates Mittel. Und in Deutschland tagen derzeit die Innenminister zur Vorratsdatenspeicherung.

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