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WAZ: Keine Wahl. Kommentar von Matthias Korfmann

Essen (ots) - Na, wie geht's Ihnen denn heute?" Diese Frage hören Patienten ja oft vom Arzt ihres Vertrauens. Vielleicht sollte man die Frage nach dem Befinden auch dem Mediziner öfter mal stellen. Denn es scheint den Ärzten, insbesondere denen in den Kliniken, nicht gut zu gehen. Überstunden, üble Schichten, Bereitschaften, die keine echte Erholung zulassen - das alles gehört zum Dienst dazu. Diejenigen, die andere Menschen gesund machen sollen, arbeiten sich krank.

Das ist natürlich keine große Neuigkeit. Von Arbeitszeitverstößen in Krankenhäusern können schon die vorhergehenden Ärzte-Generationen berichten. Überstunden gab es dort immer schon, unterm Strich sogar erheblich mehr als heute.

Nur lassen sich heute immer mehr Mediziner solche Arbeitsbedingungen nicht mehr bieten. Sie gehen lieber weg, in die Niederlande, in die Schweiz und überhaupt in die große, weite Welt. 1500 Stellen sind derzeit allein in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern unbesetzt - daraus lässt sich Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen herauslesen. "Woanders geht's uns besser", ist die logische Antwort. So viel Wahlfreiheit hat der Patient leider nicht. Er bleibt zurück, in Bottrop, Bochum oder Essen.

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