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WAZ: CDU im Lernprozess. Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Es ist keine bildungspolitische Eingebung oder gar Erleuchtung, von der die nordrhein-westfälische CDU vier Monate nach ihrer Wahlniederlage plötzlich erfasst wurde. Rückläufige Kinderzahlen und gesellschaftliche Umbrüche mit all ihren Folgen für das gegliederte Schulsystem konnten auch den Christdemokraten nicht verborgen geblieben sein.

Nur glaubten sie, mit einem hartnäckigen Festhalten am angeblich Bewährten der erfahrungsgemäß hochemotionalen und kraftraubenden Schulstrukturdebatte ausweichen zu können. Bei vielen Wählern kam diese sture Bestandswahrung offenkundig als Realitätsverweigerung an. Die politische Lehre lautet deshalb: Auch die CDU erkennt nun an, dass viele Hauptschulen kaum zu retten und neue Verbundmodelle unausweichlich sein werden.

Ein Hinweis auf den ersehnten Schulfrieden zwischen Regierung und Opposition ist diese neue Flexibilität gleichwohl kaum. Die von Rot-Grün favorisierte Gemeinschaftsschule unter Einbeziehung des Gymnasiums wird es mit der CDU schwerlich geben. Jeder größere Eingriff in die Eigenständigkeit der traditionsreichen "höheren Schule" wäre in bürgerlichen Kreisen nicht zu vermitteln.

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