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WAZ: Die Bundesliga - lieb und teuer - Kommentar von Klaus Wille

Essen (ots) - Es sah zunächst aus wie ein neuer Höhepunkt in der Rivalität zwischen den Revierklubs Dortmund und Schalke. Doch der Boykott des Revierderbys durch Dortmunder Fans, gedacht als Protest nicht gegen Schalke, sondern gegen zu hohe Eintrittspreise, hat längst die Liga erreicht. In Wolfsburg, in Hamburg, sogar im beschaulichen Freiburg begehrt man inzwischen gegen gestiegene Preise auf. In Bremen haben die ersten Fanclubs das Champions-League-Spiel gegen Tottenham boykottiert. Da braut sich etwas zusammen: Top-Zuschläge, die die Kosten für eine Stehplatzkarte, wie jetzt im Derby, um fast 70 Prozent hochjagen, haben das Zeug zum sozialen Sprengstoff. Bundesliga-Stadien gehören zu den wenigen Orten, an denen die unterschiedlichen Milieus noch zusammen kommen. Auch Menschen, die sozial abgehängt sind, können sich normalerweise die Karte für rund einen Zehner ab und zu leisten. Preisgestaltung im Fußball ist eben nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sie ist auch ein soziales Gut. Offenbar ist da die Schmerzgrenze erreicht. Was allerdings - und auch das gehört zur Wahrheit über unser Freizeitverhalten - nichts daran ändert, dass viele klaglos über 20 Euro für eine neue DVD, ein Vielfaches für einen Konzertbesuch und sechs Euro auf der Kirmes für vier Minuten Achterbahn hinlegen. Übrigens ganz ohne zu murren.

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