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WAZ: Der Tod der Ärzte - Schwieriger Abzug. Kommentar von Dirk Hautkapp

Essen (ots) - Je lauter die internationale Staatengemeinschaft, und mit ihr die Bundesregierung, davon spricht, bald einzelne afghanische Provinzen in die Hände der dortigen Sicherheitsbehörden zu übergeben, desto öfter stellt sich die grausame Wirklichkeit in den Weg. Der Tod von zehn ausländischen Helfern, meist Ärzten, die fahrlässig ungeschützt unterwegs waren, zeigt gnadenlos, wie es tatsächlich um die Sicherheit in angeblich sicheren Landesteilen bestellt ist. Mag die Tragödie auch nicht vollends aufgeklärt sein: Für die Bundesregierung wird das öffentliche Argumentieren in punkto Abzug der Bundeswehr nicht leichter.

Badakshan, jener in allen Belangen zurückliegende Flecken Erde im Nordosten, in dem die christlich grundierten Helfer ermordet wurden, gehört zu den (von den Deutschen "betreuten") Provinzen, die bei Außenminister Westerwelle und Verteidigungsminister zu Guttenberg ganz oben auf der Liste stehen. Hier soll vielleicht schon Anfang 2011 demonstriert werden, dass der Aufbau von afghanischer Armee und Polizei so weit vorangeschritten sei, dass sich die Deutschen guten Gewissens zurückziehen können. Auch der schreckliche Tod der Ärzte zeigt, dass dies nur eine innenpolitisch zweckgeleitete Wunschvorstellung ist.

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