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WAZ: Der verblüffende Herr Magath. Kommentar von Frank Lamers

Essen (ots) - Weil der Mensch nur über zwei Hände verfügt, ist es für ihn schwierig, sich Augen und Ohren gleichzeitig zu reiben. Im Fall Raul aber muss der Versuch gestartet werden. Der Mann ist ja am Mittwoch tatsächlich eingetroffen auf Schalke.

Also: Augen reiben. Waren die Königlichen von Real Madrid denn nicht Heimat für ihn wie einst die Königsblauen für Ernst Kuzorra? Und hat er denn nicht schon genug Kohle auf dem Konto nach mehr als 15 Jahren als Profifußballer? Benötigt er noch die paar Millionen Euro, die ihm der Revierklub überweisen wird, oder ist er vielleicht vor allem angereist, um sich ein repräsentatives Stück wahrer schwatter Kohle für die Vitrine abzuholen?

Und: Ohren reiben. "Wir können den Fans einen der besten Spieler der Welt präsentieren", hat Trainer Felix Magath gesagt. Aber wo war denn Raul, als Spaniens Nationalmannschaft die Europameisterschaft 2008 und die Weltmeisterschaft 2010 gewonnen hat? Und die Bundesliga sei "schon immer sehr interessant" gewesen, hat der 33-Jährige selbst erklärt. Aber warum ist er denn dann nicht vor circa einer halben Dekade bereits in diese so interessante Liga gewechselt?

Trotz allen Reibens und trotz all der Fragezeichen soll allerdings eingeräumt werden: In der vergangenen Saison hat es Magath geschafft, Zweifler mit Jugend zu verblüffen. Deshalb: Wer weiß, welche Kraft er im Alter entdeckt hat.

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