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WAZ: FDP-Chef Guido Westerwelle - Mann von gestern - Leitartikel von Dirk Hautkapp

Essen (ots) - Wenn Angela Merkel eines besitzt, dann feinste Antennen für Machtverschiebungen. Bei der FDP, dem kleinen, noch immer von Sturm und Drang getriebenen Koalitionspartner, verschieben sich gerade die Machtsphären. Guido Westerwelle, der irreparabel angeschlagene Parteichef, ist ein Mann von gestern. Sein monothematischer Feldzug für einfach-niedrig-gerechte Steuersenkungen hat ihn verbrannt. Westerwelle steht, auch wenn das heute noch keiner bei den Liberalen laut sagt, auf Dauer denen im Weg, die der Partei neue Gestaltungsspielräume eröffnen wollen, in denen individuelle Freiheit und der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft glaubwürdig zusammengehen. Zu ihnen zählt Christian Lindner, der seit der Krisenklausur vom vergangenen Wochenende weit mehr ist als nur Generalsekretär der Liberalen. Lindner wird, je tiefer es in die Debatte um ein neues Parteiprogramm geht, in die Rolle des heimlichen Vorsitzenden wachsen. Wird das neue Parteiprogramm der Rettungsanker für die in den Wählerumfragen auf vier Prozent abgestürzte FDP, ist er die Nummer eins. Merkel ahnt das. Drum hat sie dem Star im Wartestand gestern schon mal die Folterwerkzeuge gezeigt.

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