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WAZ: Bundeswehr gegen Windkraft - Ausgebremst - Leitartikel von Jürgen Polzin

Essen (ots) - Bislang galten Bürgerinitiativen und Freidemokraten als die größten Standortrisiken für Windparks. Offenbar muss die Liste erweitert werden: In den vergangenen Jahren war es die Bundeswehr, die mit hunderten Einsprüchen die Errichtung von Windrädern stoppte. Offenbar schreddern die Rotoren ab und an nicht nur Vögel, sondern bringen auch die Soldaten an den Radarschirmen zur Verzweiflung. Doch so bizarr der Konflikt Klimaschutz versus Landesverteidigung erscheint - es steckt ein ganzes Paket ernster Probleme dahinter. Offenbar ist Deutschlands Radartechnologie nicht auf dem neuesten Stand. Nicht erst seit dem Afghanistan-Einsatz wissen wir, dass es bei der Bundeswehr einen Investitionsstau gibt. Wie es heißt, sollen bis 2015 alle deutschen Fliegerhorste mit digitalen Radarsystemen ausgestattet werden. Das dies so geschieht, mag angesichts der bevorstehenden Sparpakete bezweifelt werden. Das Windkraft-Veto der Bundeswehr aber trifft eine Branche, die in NRW Exportschlager herstellt. Es ist die Technik aus dem Bergbau, die Getriebe und die Lager, die heute weltweit in Windrädern verbaut wird. Ein Witz, dass man sie im eigenen Land ausbremst, um betagte Radaranlagen weiter zu betreiben.

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