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WAZ: Energie der Marktmacht - Kommentar von Christopher Shepherd

Essen (ots) - Gleich um 7,3 Prozent erhöht RWE den Strompreis. Das ist happig, auch wenn man berücksichtigt, dass der Versorger zuvor 16 Monate lang nicht an der Preisschraube gedreht hat. Allerdings war eine Erhöhung absehbar. Schließlich ist Anfang des Jahres die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um gut 50 Prozent gestiegen und beträgt laut RWE nun 2,2 Cent je Kilowattstunde. Zwar ist es sehr vernünftig, auf die Ökostrom-Karte zu setzen - jedoch muss man schon darauf achten, dass Energie dadurch nicht über Gebühr verteuert wird. Aber auch die Versorger müssen aufpassen, wenn sie den größeren Teil der Preiserhöhungen schwammig mit höheren Beschaffungskosten begründen. Hier fehlt es an jedweder Transparenz von den Unternehmen - zudem ist der Börsenpreis für Strom seit 2008 deutlich gefallen. Verbraucher haben es jedoch selbst in der Hand, etwas gegen die Versorger zu tun - und zu einem billigeren Anbieter zu wechseln. Seit der Liberalisierung des Strommarktes haben das gerade zehn Prozent getan. Zu wenig: Verbraucher müssten sich viel mehr ihrer Marktmacht bewusst sein.

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