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WAZ: Fußball und VIP-Tickets - Grenzen ziehen. Kommentar von Jürgen Polzin

Essen (ots) - Darf man das? Drei Tage Fußball-WM Südafrika, ein Spiel der deutschen Elf, ein bisschen Krüger-Nationalpark - und das alles kostenlos, auf Einladung eines Geschäftspartners, der gute Kunden binden will. In entspannter Atmosphäre spricht es sich besser und beim Fußball sowieso. Wo aber hört Anfüttern auf, und wo beginnt die geschäftliche Bestechung?

Es wäre naiv, zu glauben, dass eine VIP-Einladung nach Südafrika allein des Kennenlernens wegen ausgesprochen wird. Sponsoring ist eine Investition. Und ganz sicher ist es nicht nur der Einkäufer mit Prokura oder der Kommunalpolitiker mit Geltungsdrang, der von interessierter Seite hofiert wird. Auch für Journalisten gelten aus gutem Grund ethische Grundsätze, weder Vorteile noch Versprechungen anzunehmen, um Unabhängigkeit zu wahren.

Doch solange es im Strafgesetzbuch, Paragraf 229, einen Interpretationsspielraum gibt, wann aus einem unmoralischen Angebot ein Straftatbestand wird, solange wird es wie bei den VIP-Tickets Grauzonen geben. Für klare Grenzen muss der Gesetzgeber sorgen. Diese Forderung ist nicht neu. Sie scheiterte bislang nur an der guten Abwehrarbeit des Berliner Politbetriebs.

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