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WAZ: Klose und das blinde Vertrauen. Kommentar von Reinhard Schüssler

Essen (ots) - So viel vorweg: Dass Joachim Löw unverdrossen an Miroslav Klose festhält, ist ebenso bemerkens- wie ehrenwert. Weil es gerade im Leistungssport eine Seltenheit ist. Bleiben hier doch in der Regel schon die ersten Anzeichen von Schwäche nicht folgenlos.

Ein so lange anhaltendes Formtief wie Miroslav Klose konnten sich nur wenige Stürmer in der Nationalmannschaft (Klinsmann!) leisten. Seit Kloses entscheidendem Tor in der WM-Qualifikation in Russland ist der Bundestrainer für seinen Vertrauensbeweis nicht mehr belohnt worden. Deshalb sind Trainer wie Spieler jetzt an einem Scheidepunkt angelangt.

Stellt Löw trotz der Eindrücke des letzten Testspiels gegen Bosnien-Herzegowina den in München auf die Reservebank verbannten Klose auch in der WM-Startelf auf und die Sache geht schief, wird ihm seine Nibelungentreue als blindes Vertrauen ausgelegt - allerdings in diesem Falle nicht positiv.

Es muss nicht betont werden, dass eine solche Entwicklung bedauerlich wäre. Für Löw und die Nationalmannschaft. Ganz besonders aber für Miroslav Klose, der sich um die Nationalmannschaft verdient gemacht hat und im Ruf eines untadeligen Sportsmanns steht.

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