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WAZ: Elterngeld soll gekürzt werden - Im Job bleiben - Leitartikel von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Wie zuvor schon Ursula von der Leyen hat es Familienministerin Kristina Schröder mittlerweile eingesehen: Der Kinderwunsch lässt sich nicht so einfach von der Politik ankurbeln. Weder Elterngeld, höheres Kindergeld noch die verbesserte Kinderbetreuung haben zu mehr Geburten geführt; im Gegenteil: Die Geburtenzahl liegt auf einem Rekordtief. Es kann auch gar nicht anders sein, weil nach Jahrzehnten mit niedriger Geburtenrate inzwischen schlicht Frauen im gebärfähigen Alter fehlen. Und doch ist die Familienpolitik auf dem Weg, ihre Aufgabe im besten Sinne zu erfüllen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist keine reine Forderung mehr, sondern für immer mehr Eltern gelebte Realität. Das ist der beste Schutz vor Armut und damit auch ein Garant für eine stabile Gesellschaft. An dieser grundsätzlichen Ausrichtung darf sich in der Familienpolitik nichts ändern. Statt beim Elterngeld zu sparen, sollten deshalb endlich die familienpolitischen Leistungen auf den Prüfstand, die eine Einverdienerehe fördern - wie das Ehegattensplitting oder das geplante Betreuungsgeld ("Herdprämie"). Doch dort den Rotstift anzusetzen, ist der jungen Familienministerin offenbar zu heikel.

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