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WAZ: Gewalt gegen die Polizei - Feiertag der Schläger - Leitartikel von Dietmar Seher

Essen (ots) - Deutschland ist kein unsicheres Land. Die Kriminalitätsrate bei Massendelikten sinkt seit Jahren. Autodiebstähle gehen im Zeitalter der Wegfahrsperren zurück. Mordfälle werden zu 90 Prozent geklärt. Und auch wenn die gefühlte Bedrohung anders ist: Weniger Wohnungen werden geknackt. Umso wichtiger ist es, sich um die Ausnahmen zu kümmern, die brutale Straßengewalt, auch um die politisch motivierten Taten. Hier gilt zunehmend: Rechtsaußen gegen Linksaußen und Linksaußen gegen Rechtsaußen und in einer Großen Koalition der Schläger alle Autonomen und Nationalen gegen die Polizei. Am 1. Mai begehen sie gerne ausführlich den Widerstand gegen die Staatsgewalt. Er ist ihr besonderer Feiertag. Die Staatsgewalt aber hat auch Schlüsselbeine, die gebrochen werden und Platzwunden, die schwer heilen. Sie kann im Einsatz sterben. Polizisten sind Menschen. Obwohl die Angriffe auf die Beamten seit 2000 um ein Drittel zunahmen, diskutiert die Politik in Berlin, ob es wirklich nötig sei, diese Gewalt mit einer Höchststrafe von drei Jahren zu ahnden statt wie bisher mit zwei. Und ob das Mitführen "gefährlicher Werkzeuge" bei der Demo strafverschärfend ist. Ja. Das alles ist so. Nicht um der Staatsautorität, um der Menschen in Uniform wegen.

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