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WAZ: Abenteuer Buch - Lesezeit und Lebenszeit - Leitartikel von Jens Dirksen

Essen (ots) - Selbstverständlich werden heute weniger Bücher gelesen als in Zeiten, die ohne Bildschirme und Computer auskommen mussten. Damals war auch der kindliche Tag noch nicht so durchorganisiert wie der Terminkalender eines Managers. Wer heutzutage Kinder fragt, was sie sich wünschen, bekommt mitunter zu hören: "Einen Tag, an dem ich nichts vorhabe." Lesen braucht Zeit, und vielleicht ist früher auch so manches Kinder- und Jugendbuch nur deshalb geschmökert worden, weil es beim besten Willen nichts Besseres zu tun gab. Weil die Langeweile nicht mehr auszuhalten war. Es gibt Kinderbuchklassiker, für deren Beliebtheit sich gar keine andere Erklärung finden lässt. Heute ist das Angebot breiter denn je. Aber eben nicht nur das an Büchern. Den Kindern indes ist zuletzt anzulasten, dass sie weniger lesen; eigentlich hätten sie es nötiger als je zuvor, das Einüben der stillen Konzentration, das spielerische Ausmalen und Erträumen eigener Bilder, die nicht schon bis ins letzte Pixel vorgegeben sind. Ob die vielen Programme, Projekte und Aktionen zur Leseförderung da helfen können? Bekanntlich nützt die beste Erziehung nichts, weil uns die Kinder ja doch alles nachmachen . . .

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