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WAZ: Verwundbarkeit mindern. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Wir leben auf einem unruhigen Planeten. Das wird uns immer wieder schmerzlich klar: Beim Seebeben im Indischen Ozean Weihnachten 2004, beim Erdbeben in Haiti, in Chile und China. Naturkatastrophen sind eine Herausforderung für Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft. Können wir dies mit Vorsorge, Technik, Nothilfe, Politik oder Nachhaltigkeit meistern? Mehr als eine Hoffnung gibt es derzeit nicht.

Die Naturwissenschaften erforschen die Ursachen von Beben und Flutwellen, erdenken Alarmsysteme, um zu warnen vor dem bislang Unvorhersehbaren. Zwar können Geowissenschaftler feststellen, dass und wo die Erde beben könnte und errechnen, wie heftig es sein würde, doch das entscheidende Wann bleibt vage.

Naturkatastrophen werden nicht selten ideologisch benutzt. Sie werden gedeutet als Strafe für eine sündige Menschheit, als Mahnung zur Umkehr. Daher befassen sich auch Kultur- und Geisteswissenschaftler mit ihnen, um kenntlich zu machen, wie diese instrumentalisiert werden und zu welchem Zweck. Dramatische Naturereignisse wie jetzt in Island lassen sich bei allem Fortschritt nicht vermeiden. Es kommt darauf an, wie wir uns vorbereiten und reagieren, um die Verwundbarkeit zu verringern. Politisches Handeln, wissenschaftlicher und technischer Fortschritt können Leben retten. Hier sind wir nicht hilflos.

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