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WAZ: Opel kein Wahlkampfrenner. Kommentar von Tobias Blasius

    Essen (ots) - Wenn sich der Ministerpräsident und der Opel-Chef vier Wochen vor dem Landtagswahl-Termin zu einem Spitzengespräch in der Staatskanzlei treffen, ist der Verdacht der regierungsamtlichen Inszenierung rasch erhoben. Bei genauerer Betrachtung erscheint indes fraglich, ob Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer überhaupt so ein dankbares PR-Thema sind, wie Kritiker reflexhaft unterstellen. Meinungsforscher regis-trieren in der Wirtschaftskrise einen bemerkenswerten Bewusstseinswandel: Der Glaube an den Staat als finanziellen Alleskönner ist vielen Bürgern verloren gegangen, solides Wirtschaften erscheint als Tugend.

    Die Opel-Rettung bedeutet für Jürgen Rüttgers deshalb einen kurvenreichen Parcours: Als Landeschef steht er in der Pflicht, für den durchaus zukunftsfähigen Werkstandort Bochum zu kämpfen; gleichzeitig muss er der US-Konzernmutter GM mit Rücksicht auf Geld und Gerechtigkeitsempfinden aller Steuerzahler so viel Eigenverantwortung wie möglich abtrotzen. Hier den richtigen Kurs zu finden, gehört zu den anpruchsvolleren Herausforderungen an einen Wahlkämpfer.

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