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WAZ: Die Urknallmaschine - Ewige Neugier. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Wir sind immer noch da. Das von vielen befürchtete Szenario, der Teilchenbeschleuniger könnte Schwarze Löcher produzieren, die erst Genf, die Schweiz und später den Rest der Welt verschlingen würden, ist nicht eingetroffen. Doch so skurril die Furcht sein mag: Die Forscher betreten Neuland. Und dies hat stets Urängste geweckt. Daher haben die Physiker der Öffentlichkeit immer wieder ihr Vorhaben erklärt - ein gutes Beispiel für wahrgenommene Verantwortung. Die Teilchenphysik ist immens teuer und niemand weiß, wohin sie führen wird, ob sich der Einsatz "lohnt". So ist Grundlagenforschung. Erst nach 100 Jahren konnte Einsteins Relativitätstheorie wirtschaftlich verwertet werden - etwa durch die GPS-Systeme. Der Teilchenbeschleuniger ist auch ein großer Technologie- und Wissensbeschleuniger. Tausende Physiker werden dort an wissenschaftlich vorderster Stelle ausgebildet, neuartige Technologien werden erprobt, etwa die Supraleitung, die eines Tages dabei helfen kann, Energie zu sparen. Ideen, Verfahren und Produkte entstehen. Doch treibende Kraft ist die ewige menschliche Neugier, das Verlangen, die Natur zu verstehen. Den Wissenschaftlern vorzuwerfen, sie spielten Gott, wird ihnen nicht gerecht - aber womöglich sind sie auf der Suche nach ihm. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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