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WAZ: Die Richtung stimmt - Kommentar von Angelika Wölk

Essen (ots) - Der neue Skandal über den sexuellen Missbrauch unter dem Dach der Kirche in den 70er und 80er Jahren hat die Öffentlichkeit schockiert. Was da selbst über kirchliche "Eliteschulen" bekannt geworden ist, hat schlimme Befürchtungen noch übertroffen. Doch klärende Worte von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz blieben über Wochen aus. Gott sei Dank, möchte man im Sinne der Opfer sagen, sind sie endlich ausgesprochen. Die Bischöfe haben einen konkreten, detaillierten Aktionsplan gegen sexuellen Missbrauch vorgelegt. Er weist in die richtige Richtung: rücksichtslose Aufklärung, intensive Vorbeugung und ein genaueres Hin- sehen darauf, wer in die Priesterseminare kommt. Die Bischöfe haben das Ausmaß des Skandals verstanden - auch wenn einzelne Punkte unbefriedigend sind: Beaufragte in den Bistümern für die Opfer sollten kirchen-unabhängig sein. Ungeschehen machen kann freilich auch der beste Aktionsplan nicht, was geschehen ist. Diese banale, aber schmerzliche Erkenntnis bleibt nach all diesen abscheulichen Verbrechen. Schuld ist aber nicht der Zölibat, wie es jetzt überall heißt. Ob er sinnvoll ist, ist ganz eine andere Frage. Schuld ist ein System des Vertuschens und der unkontrollierten Machtausübung. Das, wenigstens, ist heute so kaum noch möglich. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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