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WAZ: Ekel-Mutproben bei der Bundeswehr - Imageschaden - Leitartikel von Daniel Freudenreich

Essen (ots) - Wenn Grünschnäbel rohe Leber und Rollmöpse bis zum Erbrechen essen müssen, hat das mit einer Mutprobe für den Aufstieg in einer "Elitetruppe" beim Bund nichts zu tun. Solche erniedrigenden Rituale sind schlicht pervers. Sie zeugen auch von mangelnder Intelligenz bei den vermeintlichen Vorzeigesoldaten. Auch wenn solche Prozeduren im Gegensatz zu früher heute Einzelfälle sein mögen, ist der Imageschaden für die Bundeswehr immens. Ekel-Mutproben schüren nur zu leicht das Vorurteil, dass beim Bund hauptsächlich verrohte, Gewalt verherrlichende Gesellen hocken. Dass junge deutsche Soldaten in Afghanistan und an anderen Brennpunkten der Welt ihr Leben riskieren und tapfere Arbeit leisten, gerät da schnell in Vergessenheit. In ihrem ureigensten Interesse sollte die Bundeswehr alles zu einer rückhaltlosen Aufklärung beitragen. Wirklichen Mut haben die Soldaten bewiesen, die sich beim Wehrbeauftragten über die Misshandlungen beschwerten. Die Verantwortlichen, die die Vorfälle nun untersuchen, sind es den Opfern schuldig, ebenso unerschrocken zu ermitteln. Daraus resultieren sollten abschreckende Strafen für all diejenigen, die die Ekel-Mutproben angezettelt haben. Frommes Zureden allein hilft da nicht. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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