Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Selbstzügelung ist Wunschdenken. Kommentar von Sabine Brendel

    Essen (ots) - Es tut nicht nur Schneefreunden gut, wenn sie sich einige Tage in die Schweizer Alpen zurückziehen können. Auch Bankenmanager profitieren davon, einige Tage zusammen in den Bergen fern ihrer normalen Welt zu verbringen. Das zeigen die Diskussionen beim nun beendeten Weltwirtschaftsforum in Davos.

    Selbstverständlich waren sich die Banker nicht einig. Sollen sie sich selbst in ihrem Handeln beschränken, damit der Staat sich nicht einmischt? Oder sollen sie warten, ob und wie ihnen die Regierungen - nicht nur die der USA - Regeln setzen?

    Keine Regierung aber sollte auf die Selbstbeschränkungskräfte der Banken vertrauen. Das zeigen allein schon die jüngsten Monate: Krisenbanken kamen an den Staatstropf, ihre Risiken wurden vergesellschaftet und somit der Weg frei für neues Spekulieren am Finanzmarkt. Und: Manche Banken noch größer als früher. Taumeln sie, wären die Folgen noch verheerender als die Lehman-Pleite.

    Krisenbewältigung sieht anders aus. Das wissen auch die Banker. Doch solange sie Risiken eingehen können und wissen, der Staat wird's richten, machen sie - Davos-Diskussionen hin oder her - weiter wie bisher . Das wäre fatal.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: