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WAZ: Banken-Regulierung - Warum Obama recht hat - Leitartikel von Thomas Wels

    Essen (ots) - Der Vorstoß von Obama zur Bankenregulierung ist seiner innenpolitisch misslichen Lage zu verdanken. Enorm gestiegene Arbeitslosigkeit und satte Milliarden-Gewinne der US-Banken machen den Angriff auf die Wall Street politisch zur sicheren Bank. Aber nicht alles, was populär ist, ist falsch. Die Zockerei mit Aktien und komplizierten Finanzprodukten auf eigene Rechnung bringt den Banken den Großteil ihrer Gewinne (wenn's gut läuft), nach dem volkswirtschaftlichen Nutzen muss man dagegen lange suchen. Wehe, wenn die Risikogeschäfte schief gehen und das klassische Bankgeschäft der Kreditvergabe bedrohen. Letztere ist die Blutbahn im Wirtschaftskreislauf. Das Verbot des Investmentbanking für Geschäftsbanken ist überlegenswert. Es kann nicht sein, dass Steuerzahler auch Investmentabteilungen der Banken retten müssen. Noch wichtiger ist, dass Obama wie zuvor die Europäer eine Größenbegrenzung der Geldhäuser ins Spiel bringt. Es ist ein Systemfehler in einer Marktwirtschaft, wenn die Politik es zulässt, dass die Kosten einer Bankenrettung zu Lasten der Bürger sozialisiert, Gewinne aber privatisiert werden.

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