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WAZ: Die Furcht der Patienten. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht. Dennoch muss die Politik auf sozialen Ausgleich größten Wert legen, besonders in einem so sensiblen Bereich wie der medizinischen Versorgung. Das Problem im Gesundheitswesen aber ist: Es wird zunehmend unübersichtlich, was aus medizinischen Gründen getan oder unterlassen wird und was vornehmlich aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus geschieht - oder eben nicht. Ist die Behandlung medizinisch sinnvoll, aber schlicht zu teuer? Erhält der Patient die beste Versorgung oder nur eine Billigvariante? Medizin und Ökonomie überlagern sich - die Unsicherheit wächst. Was im Einzelfall Vorrang erhält, kann der Patient nicht mehr durchschauen. Im Zweifelsfall hat er Angst, dass ihm das Notwendige aus Kostengründen vorenthalten werden könnte. Diese verständliche Furcht belastet das Verhältnis zwischen Arzt und den Patient immer mehr. Endlich offen über die heimliche Rationierung im Gesundheitswesen zu diskutieren, wie es manche Experten jetzt nachdrücklich fordern, ist das eine. Dabei darf es aber nicht bleiben. Eine Debatte über eine gerechtere medizinische Versorgung muss sich daran anschließen. Das bedeutet auch, Einsparmöglichkeiten zu nutzen, vor denen die Politik bislang zurückschreckte, zum Beispiel bei den Arzneimittelkosten. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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