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WAZ: Haiti nach dem Erdbeben - Schutzlos ausgeliefert - Leitartikel von Gudrun Büscher

    Essen (ots) - Das schwere Erdbeben hat die Ärmsten getroffen, die kaum noch etwas zu verlieren hatten - außer ihr Leben. Haiti ist ein Land, das längst am Boden lag, bevor die Erde wackelte, ein kaputter Staat, ausgesaugt und weggespuckt - und inzwischen unregierbar. Der Präsidentenpalast ist eingestürzt. Mehr Sinnbild für einen gescheiterten Staat geht nicht. Politisch und sozial war Haiti schon seit Jahrzehnten eine einzige Katastrophe. Doch dabei ist es in dem Karibikstaat nie geblieben. 2008 wurde das Land von vier verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht. Dazu kommt es immer wieder zu Flutkatastrophen und Schlammlawinen, die ganze Dörfer mit sich reißen. Gewalt, Korruption, Hunger - Haiti hat alles, was die Welt nicht braucht. Und jetzt auch noch das große Beben. Es ist zynisch zu behaupten, die Häuser seien nicht erdbebensicher gewesen. Einem solchen Beben hält wenig stand. Auch das angeblich bebensichere japanische Kobe hatte gegen die Naturgewalten 1995 keine Chance. Haiti ist am Ende. Die Menschen brauchen Hilfe. Dringend und so schnell es geht. Und die wird von außen kommen müssen. Die Bereitschaft zur Hilfe ist groß - und das macht bei all dem Leid etwas Mut.

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