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WAZ: Schlecker und die Folgen. Kommentar von Ulf Meinke

    Essen (ots) - Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft hat sich auf dem Arbeitsmarkt etabliert. Auf der einen Seite sind die relativ gut abgesicherten Tarifbeschäftigten - und auf der anderen die Leiharbeiter, die oft dauerhaft zu deutlich schlechteren Konditionen die gleiche Arbeit erledigen. War das wirklich Sinn der Sache?

      Der Fall Schlecker gibt zu denken. Denn eigentlich sollte
Zeitarbeit dazu da sein, im Fall von Urlaub oder Krankheit
Vertretungen zu finden oder bei einem Großauftrag kurzfristig
zusätzliche Mitarbeiter zu gewinnen. Es ging darum, Beschäftigten
Brücken in die Betriebe zu bauen. Durch Berufspraxis sollten sich
ihre Jobchancen verbessern. So wollte es die frühere rot-grüne
Bundesregierung.

      Doch die Realität ist leider eine andere. Leiharbeiter haben
früher als andere Beschäftigte die Folgen der Krise zu spüren
bekommen. Von gleichem Lohn für gleiche Arbeit können viele nur
träumen. Es mag vielleicht legal sein, wenn manche Unternehmen nun
ihre Stammbelegschaften Schritt für Schritt durch schlechter bezahlte
Leiharbeiter ersetzen. Aber es ist auch schlicht unanständig.

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