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WAZ: Eine Dosis Leben. Kommentar von Wilhelm Klümper

    Essen (ots) - Die NRW-SPD hat verstanden: Sie will wieder Volkspartei sein. Damit folgt sie der Linie ihres neuen Parteichefs Sigmar Gabriel, der den Delegierten im November zurief: "Wir müssen dahin, wo es laut ist, wo es brodelt, wo es manchmal riecht."

      Das hat sich NRW-Chefin Hannelore Kraft zu Herzen genommen: Am
Dienstag hat sie einen Tag lang in einer Duisburger Näherei verbracht
und selbst gesäumt, gekettelt und natürlich mit den Arbeiterinnen
gesprochen. Bis zum Feierabend hatte sie allerhand von den
wirtschaftlichen und persönlichen Nöten der dort arbeitenden Frauen
gehört.

      Wie Kraft wollen nun alle SPD-Landtagskandidaten mehrere Tage in
Betriebe gehen, um sich eine Dosis Lebenswirklichkeit zu holen.
Natürlich ist das Wahlkampf pur und könnte als peinliche Anbiederei
von Politprofis ans gemeine Volk abgetan werden. Dennoch verdient
diese Aktion Respekt. Die SPD scheint nun kapiert zu haben, dass die
seit den 70er-Jahren in die SPD geströmten Lehrer, Sozialarbeiter und
Soziologen mit ihren verquasten, abgehobenen Diskussionen die
einstmals stolze Volkspartei dem Volk entfremdet haben. Im Übrigen:
Politiker trifft Bürger ist immer gut.

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