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WAZ: Eiszeit gestern und heute. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Wir schauen aus dem Fenster und trauen unseren Augen nicht. Kinder rodeln. Auf der Straße. Wo sonst die Autos fahren. Ganz wie früher, wie in der guten alten Zeit, sagen wir und kramen in den Erinnerungen.

      Früher, da gab es noch einen richtigen Winter. So einen mit allem
Zick und Zack. Weiße Weihnachten, märchenhafte Tannenwälder, rote
Kinderwangen - ein verschneiter Traum wie aus einem Bild von
Brueghel!

      Was wir gerne vergessen: Früher gab es auch Autos, die nicht
ansprangen. Oder am ersten Hügel schlapp machten. Und Handschuhe,
durch die der Wind pfiff. Und keine computergesteuerte Zeitschaltuhr
fürs Kühlwasser, keine anständigen Winterreifen, kein Polar Fleece,
kein Sympatex und wie sie alle heißen, diese Hightech-Stoffe, die vor
nicht allzu langer Zeit allein Reinhold Messner übers Polareis
halfen. Von beheizbaren Handschuhen mal ganz zu schweigen.

      Das alles sollten wir bedenken, wenn die Kinder auf der Straße
rodeln. Und uns freuen, dass wir mit der neuen Eiszeit komfortabel
leben können. Früher war nämlich nicht alles besser. Nur anders.

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