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WAZ: Brot und Kultur - Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Der Deutsche spart gern, selbst wenn er's nicht unbedingt müsste. Ganz besonders beim Essen. Er bejammert die Pleite des Lebensmittelhändlers an der Ecke, dem er auf der Fahrt zum Discounter doch immer so freundlich zugewunken hat. Er schimpft über die Regierung, die mal was gegen die Arbeitslosigkeit tun müsste und kauft sein Brot im Selbstbedienungs-Backshop. Der ist deshalb drei Cent billiger, weil er aufs Personal verzichtet. Er macht seinem Entsetzen über den Fleischskandal Luft, bevor er wieder zum 99-Cent-Kotelett greift. Da kann den Bäckern die Ankündigung von Aldi, demnächst frische Brötchen zu verkaufen, weiß Gott nicht schmec-ken. Die Massenbrothaltung wird den Backmarkt mit kleinsten Preisen nochmal aufmischen. Schon jetzt sind ja viele Bäcker nur noch Teil eines Großunternehmens mit industriell getrimmtem Kleingebäck. War Brot nicht mal deutsches Kulturgut? In manchen Backstuben wird die Tradition noch gepflegt. Die kleine Kundenschicht, die das goutiert, wächst immerhin. Motto: Man kann ja auch mal wieder über Qualität reden und nicht nur über Preise. Schön, wenn's ansteckend wäre. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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