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WAZ: Unsichtbare Filmgeschichte. Kommentar von Arnold Hohmann

    Essen (ots) - Wer das wahrhaft Geheimnisvolle des Kinos liebt, der gibt sich nicht mit dem zufrieden, was er auf der Leinwand betrachten kann. Der will auch wissen, was ihm an Meisterwerken entgangen ist, weil auch große Regisseure manche Projekte nie vollenden konnten. Er träumt davon wie Hitchcocks Serienkiller-Film "Kaleidoscope" hätte aussehen können oder Orson Welles' Romanverfilmung "Herz der Finsternis". Als berühmtester nie gedrehter Film aber gilt Stanley Kubricks "Napoleon", den er nach "2001" mit Jack Nicholson realisieren wollte. Die Zeit aber war nicht günstig dafür, von historischen Epen hatte das Publikum gerade genug. Einem Buchverlag ist es nun zu verdanken, dass Kubricks Vision teilweise sichtbar wird: Taschen veröffentlicht in einem Hardcover-Folianten mit zehn eingelegten Büchern (2874 Seiten!) das gesamte Recherchematerial inklusive Drehbuch. Eine wahre Liebhaber-Arbeit, vor der selbst ein Arno Schmidt verblassen müsste. Der Preis von 500 Euro übertrifft eine Kinokarte zwar bei weitem, dafür aber darf man sich in einem exklusiven Kreis von 1000 Cineasten wähnen.

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