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WAZ: Meseberg war ein Anfang - Kriegt Merkel die Krise? Kommentar von Miguel Sanches

    Essen (ots) - Teambildung ist immer gut. Aber für die Regierung Merkel sollten nach ihrer Klausur drei Dinge wichtiger sein. Erstens: Sich ehrlich machen. Zweitens: Verlässlich bleiben. Drittens: Entschleunigung. Und der Testfall für alle drei Faktoren ist die Steuerreform. Nur wer mit Sachzwängen und Vorbehalten offen umgeht, beugt 2011 dem Vorwurf eines Wortbruchs vor. Nach heutigem Stand kann die Rechnung nicht aufgehen, gleichzeitig Steuern zu senken, die Verschuldung abzubauen und bei der Bildung nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Wenn es einem gelingt, diese Debatte zu versachlichen und zu beruhigen und wenn einer den Steuersenkungs-Fetischisten der FDP einen Zahn ziehen kann, dann Wolfgang Schäuble. Er rechtfertigt jeden Tag seine Ernennung zum Finanzminister. Entscheidend war in Meseberg, dass Merkel nachgeholt hat, was ihr verloren gegangen war: eine Linie, einen Plan, Prioritäten. Der Krisengipfel ist ein Signal. Das Krisenmanagement ist der kritische Punkt. Von ihm hängt alles ab: Der Spielraum für die Steuerreform wie der Anspruch, den Zusammenhalt zu stärken. Kriegt Angela Merkel die Krise, oder kriegt die Kanzlerin die Krise in den Griff?

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