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WAZ: Schöne Seiten des Wettbewerbs. Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Zuweilen ist es doch schön zu sehen, wenn die Volkswirte Recht haben mit einer ihrer Theorien. Zum Beispiel mit der von den komparativen Kostenvorteilen. Die besagt nicht mehr und nicht weniger, dass im Falle offener Grenzen und ungehinderter Handelsströme die Unternehmen ihre Produkte im Sinne der Arbeitsteilung dort herstellen, wo es am günstigsten ist. Natürlich hat diese Theorie von David Ricardo eine enorme politische Brisanz, wie der Ruf so manches Populisten nach dem Ende der Globalisierung und geschlossenen Grenzen zeigt. Handel ohne Blockaden und Subventionen heißt auch, dass ein Land möglicherweise einige Zeit lang im Wettbewerb Produktionen, Arbeitsplätze und mithin Wohlstand verliert. Das wachsende Einkommen andernorts aber - zu besichtigen an den enormen Lohnsteigerungen in Osteuropa - schafft nicht nur kaufkräftige Kunden auch für deutsche Produkte. Manchmal steigen die Löhne auch so stark, dass eine geringere Qualität den Kostenvorteil wieder zunichte macht. Die Karawane zieht weiter oder kehrt sogar heim. So schön kann Wettbewerb sein.

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