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WAZ: Gehälter der BMW-Vorstände - Für den Betriebsfrieden. Kommentar von Frank Meßing

    Essen (ots) - Wendelin Wiedeking hatte 2008 ein Gehalt von 77 Millionen Euro. Als der Porsche-Chef abtreten musste, bekam er dennoch Beifall von der Belegschaft. Wiedekings Salär - selbst im europäischen Vergleich auf Rekordniveau - regte bei Porsche in guten Zeiten so recht niemand auf. Spätestens seit der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Begrenzung der Manager-Gehälter nun ein Top-Thema. Die (alte) Bundesregierung reagierte und setzte fest, dass sich die Bezüge von Vorständen nicht an kurzfristigen Börsen-Erfolgen orientieren dürfen. Sie müssen "angemessen" sein. Eine klare Definition fehlt allerdings. BMW will nun eine eigene Regelung schaffen. Bei den bayerischen Autobauern verdient ein Vorstand im Schnitt 25-mal mehr als der Arbeitnehmer am Band. Das krasse Missverhältnis zwischen "denen da oben" und "denen da unten" überwindet auch die Kopplung an die Gehaltsentwicklung der Belegschaft nicht. Die Geste ist allenfalls ein Signal für den Betriebsfrieden. Das Grundproblem löst der gute Wille nicht. Aber immerhin: Die Gerechtigkeitsdebatte ist nun auch in den Unternehmen angekommen.

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