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WAZ: "Generation Praktikum" - Schamlos ausgenutzt. Kommentar von Christoph Meinerz

    Essen (ots) - Praktika sind prinzipiell eine gute Sache. Jedes Unternehmen sollte jungen Menschen die Chance dazu bieten. Kein Arbeitgeber muss sich schämen, wenn er einen Praktikanten nicht bezahlt - solange dieser nur für wenige Wochen bleibt und man sich anständig um ihn kümmert. Dann hat der Arbeitgeber Zeit (= Geld) investiert. Der Lohn für den Gast sind die gesammelten Erfahrungen in der Arbeitswelt. Wo aber Praktikanten als Arbeitskräfte eingesetzt werden, müssen sie dafür adäquat Geld bekommen, und zwar ab dem ersten Tag. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber leider nicht. Die Klagen über ein schamloses Ausnutzen vor allem junger Akademiker durch Praktika, die sich teilweise über mehrere Jahre hinziehen, sind nicht neu. Aber durch die Krise geriet die "Generation Praktikum" fast wieder in Vergessenheit. Daher ist es gut, wenn der DGB seine Stimme für diese um ihren Lohn betrogenen Arbeitskräfte erhebt. Gesetzlicher Zwang sollte immer das letzte Mittel sein. Aber wenn es (wieder) üblich wird, dass Arbeitgeber Menschen ausbeuten, muss die Politik einschreiten.

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