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WAZ: Hausmarken der Nation. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Weihnachten wurde mit der Märklin-Bahn gespielt. Unser erstes Radio hieß "Weltklang" und war von Grundig, und Mallorca haben wir mit Neckermann erobert. Der erste Rausch, wer vergisst das schon, kam durch übermäßigen Verzehr von Berentzen Apfelkorn zu Stande, und wenn der neue Quelle-Katalog in den Briefkasten polterte, stritten sich die Mieter um das Erstleserecht.

      Sie haben uns durch die Jahrzehnte begleitet, die Hausmarken der
Nation. Wenn Karstadt ächzt und Hertie stöhnt, bangen wir wie mit
einem alten Freund. Natürlich gibt es Gründe für den Niedergang.
Märklin rumpelte mit einer unüberschaubaren Modellpalette aufs
Abstellgleis, Berentzen verschluckte sich am Trend, und Quelle
glaubte zu lange, dass die Kittelschürze modische Trends setzt.

      Warum verschwinden sie aus unserem Leben, unsere Hausmarken? Der
Ökonom sagt: Melancholie ist kein Marktprinzip, Nostalgie rettet
keine Bilanz. Wir fühlen: Wenn selbst die Sehnsucht nach dem
Vertrauten, die uns in diesen zugigen Zeiten mehr denn je befällt,
nicht mehr zum Kauf bei Quelle und Co. animieren kann, muss schon
einiges falsch gelaufen sein.

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