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WAZ: Der Fall Sarrazin - Ein Bärendienst - Leitartikel von Daniel Freudenreich

    Essen (ots) - In Ansätzen mag Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin ja Recht haben. Freilich gibt es einige Ausländer, die ihren Platz in unserer Gesellschaft nicht gefunden haben oder sich auch gar nicht integrieren wollen. Sarrazins viel zu pauschale Migrantenschelte ist aber nicht nur eine Beleidigung für den überwiegenden Anteil türkischer und arabischer Mitbürger, die sich sehr wohl in unseren Alltag eingliedern. Nein, er hat auch allen Integrationsbemühungen einen Bärendienst erwiesen. Eine Generalverurteilung führt nicht zu einem fruchtbaren Diskurs darüber, wie die Inte-gration von Migranten besser gelingen könnte. Sie schürt allenfalls Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Dass diese in unserer Gesellschaft vorhanden sind, belegt die Umfrage, nach der mehr als die Hälfte der Bürger Sarrazins Ansicht auch noch teilen. Noch schlimmer ist dessen Äußerung, weil Sarrazin kein Provinzpolitiker ist, sondern ein Bundesbanker, dessen Worte auch im Ausland Gehör finden. Es wird höchste Zeit, dass Sarrazin zwei Dinge macht. Er sollte sich endlich entschuldigen - und dann zurücktreten.

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