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WAZ: Nur tanken ist nicht super. Kommentar von Frank Preuß

    Essen (ots) - Und dann war da noch der allein lebende, dauergestresste Mittvierziger, der seinen Freunden nach seinem ersten Supermarktbesuch erfreut mitteilte, er habe feststellen müssen, dass die Käseauswahl bei Aldi noch größer sei als bei Aral.

      Nicht mehr lange, möchte man da sagen. Denn schon jetzt scheint
es, als ob ein Drei-Gänge-Menü an der Tankstelle leichter zu bekommen
ist als eine Autobatterie. Wer in der Endlosschlange erlebt, wie die
fröhlichen Mitbürger Dosensuppen, Spülmittel und Weinflaschen vor der
Kasse stapeln, bevor sie die aktuelle Backwarenauswahl in Angriff
nehmen, der schämt sich ja fast, wenn er nur Benzin getankt hat.
"Sonst noch was?" fragt der Verkäufer, der früher mal Tankwart hieß,
und dieser "Wie soll ich denn so überleben?"-Unterton klingt fast
bedrohlich.

      Mit verlängerten Öffnungszeiten der Geschäfte und verkaufsoffenen
Sonntagen schrumpfen die Umsätze rund um die Zapfsäule. Seinen Nutzen
verliert der Einkauf bei Shell & Co für viele trotzdem nicht. Man
kann schließlich vor der Tür parken. Kostenlos. Und man kann immer
kaufen. Sogar heute. Und die Autobatterie? Holen wir im Supermarkt.

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