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WAZ: Steinmeiers Grenzen. Kommentar von Miguel Sanches

    Essen (ots) - Der SPD-Vorsitz wurde Frank-Walter Steinmeier nicht eben zu Füßen gelegt. Der erfolglose Kanzlerkandidat hätte darum kämpfen müssen. Aber er kennt seine Grenzen.

      Vielleicht wird es sich mal als klug erweisen, dass er die
Aufgabe kampflos Sigmar Gabriel überlässt, zumal mit einer
Generalsekretärin Andrea Nahles. Das Duo versucht gerade, Fakten zu
schaffen. Es wäre zwar konsequenter, den Vorsitz von Partei- und
Fraktion zu bündeln. Dann wäre geklärt, wer den Hut auf hat. Aber der
Plan, der auf ein Trio abzielt, hat auch Vorzüge. Man verteilt die
Führung auf mehrere Schultern und wartet ab: Bis sich einer als
Alpha-Tier entpuppt.

      Der SPD-Fraktionsvorsitz ist für Steinmeier der Lohn für die
Plackerei eines Wahlkampfs, in dem er von Anfang an auf der
Verliererstraße war. Es ist allerdings eine Sache, sich
Oppositionsführer zu nennen, aber eine ganz andere, neben Haudraufs
wie Lafontaine oder Trittin zu bestehen und sich Respekt zu
verschaffen.

      Wenn Steinmeier die öffentliche Konkurrenz nicht besteht, wird er
nicht mehr als eine Übergangsfigur bleiben.

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