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WAZ: Die Wende der Kanzlerin. Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Und siehe da: Plötzlich hat diese Finanzkrise mal eben die politischen Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Waren es bislang Sozialdemokraten und Gewerkschaften, die vor einem "Kaputtsparen" warnten, ist es jetzt auch die CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das ist bemerkenswert, widerspricht es doch jedem Gefühl eines privaten Haushälters: Wer zu viel ausgibt, die Verschuldung enorm erhöht, der ist früher oder später am Ende.

      Es war wohl richtig, mit Konjunkturprogrammen gegen diese
Jahrhundertkrise anzugehen. Dennoch bleibt die Frage: Wie kommt der
Staat, der 2010 allein im Bundeshaushalt sagenhafte 100 Milliarden
Euro mehr neue Schulden aufnehmen muss, wieder aus dem Schuldenturm
heraus?

      Wirtschaftsminister und Finanzminister haben Recht: Es wird nach
der Wahl hart werden. Schon allein deshalb, weil auch eine
Verschuldungspolitik ihren Preis hat. Etwa in hohen
Preissteigerungsraten und steigenden Zinsen. Sozial ist das gewiss
nicht. Merkels Signal ist fatal. Wir müssen sparen, jeder weiß das.
Die Kanzlerin will sich einen schlanken Fuß machen. Ehrlich wäre
besser.

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