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WAZ: Entwicklungspolitik - Hilfe zur Selbsthilfe - Leitartikel von Norbert Robers

    Essen (ots) - Es würde viele Menschen beschämen, zornig machen oder die Tränen in die Augen treiben, wenn sie erfahren würden, wie viele Millionen an entwicklungspolitischer Finanzhilfe in den vergangenen Jahren versickert oder sind. Es gibt reichlich gute Gründe, sich über die Korruption in zahlreichen afrikanischen Ländern oder den vielfach dokumentierten ineffektiven Hilfs-Aktionismus der Europäer zu beklagen. Nur: Wem hilft es? Das Geld ist oft nie dort angekommen, wo es benötigt wird - darunter "leiden" aber weniger wir Europäer, sondern die Ärmsten der Armen. Es ist nur folgerichtig, dass sich viele Länder endlich dazu verpflichtet haben, ihre Überweisungen vor allem vom Wirkungsgrad der Geldspritzen abhängig zu machen. Die klassische Projekthilfe ist vielfach durch eine gezielte Stärkung demokratischer Strukturen und einer effizienten Verwaltung ersetzt worden. Was unspektakulär und dröge klingt, ist in Wahrheit der entscheidende Schritt auf dem Weg zum Ziel der Selbsthilfe. Eines gilt früher wie heute: Entwicklungshilfe ist und bleibt die kostengünstigste Sicherheitspolitik für uns selbst.

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