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WAZ: Kein Frühling im Arbeitsmarkt - Kommentar von Christopher Shepherd

    Essen (ots) - Auf den ersten Blick lesen sich die Arbeitslosenzahlen für Mai gar nicht schlecht: Im Vergleich zum Vormonat suchten immerhin 127 000 Menschen weniger einen Job. Das hängt jedoch zusammen mit der üblichen, saisonbedingten Erholung des Arbeitsmarktes sowie dem Trick, Teilnehmer bestimmter Weiterbildungskurse aus der Statistik herauszurechnen. Daher hat der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, Recht, dass der Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,4 Prozent keine Trendwende ist. Das ist aufrichtig - und hat nichts mit Schwarzmalerei zu tun, zumal die Krise ihren Höhepunkt auf dem Arbeitsmarkt längst nicht erreicht hat. Da ist es zu begrüßen, dass die BA ab sofort eine "ehrliche" Arbeitslosenzahl unter Berücksichtigung aller Qualifizierungsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobber veröffentlicht. Da werden aus 3,5 Millionen Arbeitslosen gleich 5,8 Millionen. Mit dieser Zahl können die Bürger das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit verstehen - was wichtig ist, da Bundestagswahlen anstehen und die Politik das tatsächliche Szenario auf dem Arbeitsmarkt kaschieren wollte.

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