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WAZ: WestLB näher an Abwicklung. Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Der Mann ist konsequent, dennoch erscheint sein Rücktritt als Verzweiflungstat. Vor einem Jahr hat Heinz Hilgert das Himmelfahrtskommando an der Spitze der WestLB übernommen. Hinweise auf die komplizierte Eigentümerstruktur aus Sparkassen und Land NRW wischte er mit Optimismus weg. Gestern warf Hilgert das Handtuch. Der Manager hat die Verwaltungskosten drastisch reduziert, ist mit eisernem Besen durch die angeschlagene Landesbank marschiert und hatte ein Konzept, um Teile der Bank in die Zukunft zu führen: die Aufspaltung in eine Abwicklungsbank und die neue WestLB. Das und nötige Milliarden zur Riskoabsicherung wollten aber die Sparkassen (vor allem aus Westfalen) nicht mittragen. Selten ist eine Tochter derart von Mehrheitseigentümern hängen gelassen worden wie die WestLB. Zuerst fürchteten die Sparkassen deren Konkurrenz, dann deren Verluste. Und mit der Arroganz der Düsseldorfer kamen sie eh nie klar. Mit dem Abgang von Hilgert ist die Abwicklung der WestLB wahrscheinlicher geworden. Dagegen werden sich die Sparkassen nicht wehren - obschon es ihr Eigentum ist.

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