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WAZ: Der Kampf gegen Aids. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Das Todesvirus, so wurde der Aids-Erreger einst getauft, aber das ist schon fast vergessen. Bis in die Schlagzeilen schaffte es die Krankheit zuletzt nur noch selten. Mit der Verhaftung von Nadja Benaissa hat sich das erstmal geändert.

      "Gefährliche Körperverletzung" wird dem Star der "No Angels"
vorgeworfen. Das ist aufschlussreich. Nicht zum ersten Mal wird gegen
jemanden ermittelt, der um seine Infizierung mit dem HIV-Virus
gewusst haben soll und trotzdem ungeschützten Geschlechtsverkehr
hatte. In der Frühzeit lautete die Anklage in solchen Fällen
allerdings zuweilen auf versuchten Totschlag, ein schwerwiegenderer
Vorwurf. Der Fortschritt im Kampf gegen die Immunschwäche lässt sich
also auch in den Gerichtsakten ablesen: Aids ist kein Todesurteil
mehr.

      Der Einsatz effektiver Medikamente verbesserte die
Überlebenschancen der Betroffenen enorm. Vielleicht ging mit dieser
Entspannung eine gewisse Lässigkeit einher. In aufwändigen Kampagnen
wird deshalb zu mehr Wachsamkeit aufgerufen.

      Das ist eine eindeutige Botschaft. Und ob Nadja Benaissa gegen
die Gesetze verstoßen hat, wird ein Gericht klären.

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