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WAZ: Tradition schützt vor Pleite nicht. Kommentar von Daniel Freudenreich

    Essen (ots) - Bislang hat die Autokrise Firmen in die Insolvenz getrieben, deren Namen eher den Experten gängig waren. Karmann kennt fast jeder. Mit dem Ghia hat der Autobauer Geschichte geschrieben. In nostalgischer Verklärung mögen nun Stimmen laut werden, die da sagen: So ein Unternehmen darf nicht untergehen. Da muss der Staat ran. Doch Vorsicht: Karmann ist nur zum Teil ein Opfer der Absatzkrise. Seit Jahren leidet der Autobauer unter den sich ändernden Strukturen auf dem Pkw-Markt. Die großen Hersteller geben immer weniger Aufträge zum Bau von Kleinserien an Fremdfirmen ab. Eine Umkehr des Trends ist nicht in Sicht, weshalb Karmann 2008 das baldige Ende des Autobaus verkündet hat. Die Insolvenz bietet Karmann nun die Chance, sich auf seine wettbewerbsfähigen Sparten zu konzentrieren. Das wäre der Bau von Autodachkonstruktionen. Nur wenn ein zukunftsweisendes Sanierungskonzept vorliegt, dann sind staatliche Bürgschaften für eine Zeit der Überbrückung denkbar. Denn - Automobiltradition hin oder her - Karmann ist nicht einmal im Ansatz systemrelevant.

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