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WAZ: Kämpferische Kanzlerin - Kommentar von Angela Gareis

    Essen (ots) - Enteignung, Opel, Steueroasen, Mindestlohn für Zeitarbeiter, Jobcenter, Managergehälter, Papstkritik: Bei all diesen Themen verlaufen die Streitlinien unübersichtlich - wahlweise zwischen den Koalitionspartnern oder zwischen CDU und CSU, spalten die CDU und führen zuweilen sogar durch die Kanzlerin selbst hindurch. Gab Angela Merkel bei Anne Will auf alle offenen Fragen eine Antwort? Nein, aber zwei Antworten gab sie schon.

      Die Große Koalition hält, und Merkels Nerven halten auch. Die
Kanzlerin zeigte sich schlagfertig, kompetent und zuweilen witzig.
Anders als erwartet, verzichtete Merkel auf Machtworte und klare
Positionen. Erkennbar ging es der Kanzlerin darum, ihrem
Millionenpublikum näherzutreten, indem sie sich aus dem oft
kleinkrämerischen Streit der Parteien in präsidialer Manier
heraushob. Aus Versehen bezeichnete sie sich einmal als
Staatsoberhaupt, was sie dann sofort in Bundeskanzlerin korrigierte.

      Fazit: Aus journalistischer Sicht blieb Merkels Auftritt
inhaltlich erkenntnisarm, aber Wähler sahen eine kämpferische und
nervenstarke Kanzlerin.

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